Milliarden von Jahren

Unendliche Geschichten

Es gibt wohl kaum etwas Spannenderes … als den Versuch zu wagen, die Welt in ihrem Innersten zu verstehen, ihre Entwicklung versuchen zu deuten, ihre Erscheinungen zu studieren und den Menschen nutzbar zu machen. Ich kann mich noch gut an mein erstes zaghaftes Interesse an den gefundenen bunten Gesteinen aus dem Kontakthof der Kunnersteinspalte erinnern. Damals war ich fünfzehn Jahre alt. Ich kann mich noch gut daran erinnern, alle vier Bände von Wolff`s Vulkanismus als Kind verschlungen zu haben und ich habe seitdem mit vielen Höhen und Tiefen Mineralien gesammelt.. Steinbrüche oder Bergwerke, endlose Halden oder Höhlen Vulkanberge und Geysirbecken waren meine bevorzugten Ziele Zeit meines Lebens. Zumeist habe ich die Mineralien selbst gesammelt, also keine prachtvollen Stufen in meinen Sammlungen, sondern eher Belege, was Mutter Erde so alles produziert und für uns abgelegt hat. Dafür ist die Bewegung in der Natur, das Ergründen von Geheimnissen der Mineralien, das Auffinden von Lagerstätten und Mineralien, ihre Bestimmung und ihr Studium etwas, dass weit vor dem prachtvollem „Klunker“ im Ring oder als Anhänger an einer schönen Goldkette steht und für mich auch künftig weitaus schöner sein wird. Wer also in meiner Sammlung große Edelsteine vermutet, liegt absolut falsch. Wer aber nach Belegstücken und Funden aus längst erloschenen Bergbaugebieten im Erzgebirge oder im Harz oder Thüringen sucht, Funde - die vor bis zu zwanzig Jahren durchaus noch möglich waren, der hat gute Chancen, bei mir fündig zu werden. Für ein weiterhelfendes oder weiterbildendes Gespräch zum Thema, eine heiße Diskussion, einen bescheidenen Rat oder einen außergewöhnlichen Gedanken können Sie mich jederzeit per E-Mail kontaktieren.

ein Aquamarin aus Namibia

Amethyst mit Wasserblase aus Namibia. Slg. Dr. H. Rühtrich
Amethyst mit Wasserblase aus Namibia. Slg. Dr. H. Rühtrich

Aus der Welt der Kristalle

Mineraliensammeln ist pure Leidenschaft und und Freude am Arbeiten in der Natur ...

(J.H.) ... aber auch das Eindringen in eine geheimnisvolle Welt tief unter dem Erdboden und Bewunderung für die Vielfalt in der Natur. Am Rand des 47. Magdeburger Mineralientauschtages 2013, im November des vergangenen Jahres sprachen wir dazu mit Tino Mewes. Der stellvertretende Vorstand der Magdeburger Fachgruppe für Mineralogie im Kultur- und Heimatverein der Stadt hat seine Heimat in der Börde und sammelt seit mehr als 25 Jahren Mineralien. Heute umfasst die Sammlung etwa viertausend Stücke und ein Zimmer des Wohnhauses im heimatlichen Irxleben wurde bereits zum sehenswerten Mineralienkabinett umgestaltet, zu weiter gehenden Plänen schweigt schmunzelnd derzeit auch Mineraliensammlerin und Ehefrau Elke noch.

 

Begonnen hat eigentlich alles auf den Altbergbauhalden um Harzgerode, wo der Unternehmer aus der Börde als kleines Kind mit Oma Ilse das erste Stück "Katzengold" aus der Halde buddelte und stolz mit nach Hause brachte. Das für Sammler doch etwas gewöhnungsbedürftige Stück liegt heute irgendwo in der heimischen Erde, während seine kleine große Welt der Kristalle, farbenfrohen Mineralien und seltenen Edelsteinen seitdem ständig wächst. Selbst Frau Elke ließ sich von dem schönen Hobby anstecken und begann auch mit dem Sammeln. Über das Katzengold ist auch sie lange hinaus, Edelsteine haben es der jungen Frau angetan. Besonders stolz ist sie auf einen wunderschönen Tansanit, während Tino auf einen „Green fire Smaragd“ aus Kolumbien schwört. Diese Stücke sind natürlich nicht selbst gefunden, sondern von zahlreich besuchten Börsen mitgebracht. Als größten gewachsenen Kristall verweist der junge Mineraliensammler stolz auf einen malinesischen Orthoklas, ein Feldspat, der immerhin 40 x 35 Zentimeter groß ist. Viele Eigenfunde, auch von den alljährlichen Jahresexkursionen der Fachgruppe mitgebracht, füllen Schränke und Regale im häuslichen Mineralienkabinett. Dass Elke Mewes ihren Mann auf all seinen Exkursionen begleitet, Lupe, Hammer und Meißel und die festen Schuhe zur dauerhaften Autoausrüstung gehören, erscheint angesichts eines solchen Enthusiasmus schon selbstverständlich. Dabei wachsen natürlich die Wünsche in den Himmel und deren Realisierung bleibt auch manchmal auf der Strecke, schmunzelt der Unternehmer. Auch unser Geldbeutel ist nicht unerschöpflich und die Verantwortung für die Mitarbeiter seines Pulverbeschichtungsunternehmens lasten doch mit allen Abgaben auch auf den eigenen Verdienstmöglichkeiten, führt Tino ohne dabei ins Klagen zu verfallen, aus. Gern erinnert er sich an seine Mineralienexkursionen nach Slowenien und nach Österreich und seit Jahren auch ein Traum geblieben, möchte er möglichst bald bei den Hellenen auf Sammelexkursion gehen. Sicher werden einige seiner Funde dann wieder auf Mineralienausstellungen in Halberstadt am 16. März 2014 oder Magdeburg am 9. November 2014 oder auch anderen regionalen Mineralienausstellungen zu bewundern sein. Wer vorher mit Tino Mewes ins Gespräch kommen möchte oder mehr über dieses interessante Hobby erfahren will, der schickt einfach eine Mail an den jungen Sammler unter tmewes@web.de. Eine Antwort ist garantiert.

 

Auf der Magdeburger Mineralienbörse stellte auch Tino Mewes und Frau Elke aus. Fotos: J.H.

Solche Opale sind auch 2013 wieder ein Renner gewesen.